Akupunktur in der Schwangerschaft – Die sanfte Einleitung mit den kleinen Nadeln, wie sinnvoll ist das überhaupt???

Die Schwangerschaft ist eine sensible Phase für Mutter und Kind. Viele Schwangere begrüßen daher die Möglichkeit alternativer Heilverfahren wie zum Beispiel die Akupunktur. Aber bringt das überhaupt was? Wie funktioniert die Akupunktur?

Die geburtsvorbereitende Akupunktur gehört zu den meist genutzten Akupunkturformen in der Geburtshilfe. Neben Schwangerschaftsübelkeit, Sodbrennen, Angstzuständen, Schmerzen oder auch bei Funktionsstörungen der Brust. Das Ziel der chinesischen Heilmethode (TCM) ist es, die Schwangere körperlich und geistig optimal auf die Entbindung vorzubereiten. Das setzen der kleinen und feinen Nadeln kann die Wehentätigkeit anregen, Geburtsschmerz lindern und den Geburtsvorgang verkürzen.

Die Akupunktur ist nur ein sehr kleiner Teilbereich in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Neben der Akupunktur, kommt es zum Beispiel, zu einer speziellen Ernährungsberatung, die – vor allem ab der 36. Schwangerschaftswoche ganz besonders wichtig ist. Zucker sollte komplett vom Speiseplan gestrichen werden, ebenso Weißmehlprodukte und Industriegefertigte Lebensmittel.

Die TCM hebt sich stark von der westlichen Medizin ab. Wir sprechen oft von der Lebensenergie – das Qi. Es kreist ununterbrochen im Körper, in den Organen und der Körperoberfläche. Das Qi hält Deinen Kreislauf in Schwung. In der westlichen Medizin entspricht dies wohl am ehesten dem Biorhythmus. Die Blockade von Qi kann Krankheiten und Störungen hervorrufen (Ungleichgewicht von Yin und Yang).

Du kennst sicherlich das Symbol von Yin und Yang. Yin und Yang sind unser Gleichgewicht im Körper. Wie eine Waage die alles in Balance hält. Der Begriff „Gesundheit“ in der TCM entspricht der Harmonie und dem Gleichgewicht von Körper und Umwelt, dem Gleichgewicht zwischen Yin und Yang, sowie dem ungehinderten Fluss von Blut und Qi im Körper. Wenn Du also krank bist oder es Dir nicht gut geht, dann kann das Qi nicht überall geleichmaßen fließen und Yin und Yan sind im Ungleichgewicht. Die Akupunktur kann Stagnationen auflösen und die Energie wieder gleichermaßen zum Fließen bringen.

Soweit die Theorie. Ich akupunktiere seit 2012 regelmäßig in der Geburtshilfe. Ich habe zu Beginn selbst nicht so wirklich dran geglaubt. Mittlerweile gehört die Akupunktur zu meinem Lieblingsthema. Es ist unglaublich komplex die Akupunktur so zu beschreiben das es Sinn ergibt.

Aber, und das ist jetzt entscheidend, ist die Praxis. Ich erlebe Frauen, die akupunktiert wurden differenzierter. Diese Frauen haben häufig unkomplizierte Verläufe, Beschwerden stellen sich ein. Übelkeit lässt sich behandeln, Sodbrennen verschwindet. Schlafstörungen werden seltener und die Geburt verläuft geschmeidiger.

Wenn eine Frau um den ET (errechneten Geburtstermin) konsequent die Ernährung sowie die Akupunktur beherzigt hat, kann der Körper mit den Wehen unterschiedlich umgehen. Solche Frauen, kommen meist mit einem großen Geburtsfortschritt in den Kreißsaal. Die Zeit in der Klinik vergeht schneller, die Wehen können ungehindert im Körper arbeiten, das Gewebe ist lockerer, der Muttermund öffnet sich besser, die Durchblutung versorgt die Zellen besser mit Sauerstoff – der Muskel übersäuert nicht, die Frau ist hellwach, motiviert und absolut leistungsfähig. Sie geht über ihre Grenzen und hat weniger Komplikationen. Die Rückbildung passiert von selbst und auch das Kind, welches ebenfalls in der Balance ist, bewegt sich ohne zu tun im mütterlichen Becken.

Ich akupunktiere ab 36+0 SSW zur Geburtsvorbereitung und 38+0 zur sanften Geburtseinleitung. Die Resultate sind einfach wunderbar.

Wenn Du die Möglichkeit hast, lass Dich unbedingt zum Thema Akupunktur in der Schwangerschaft beraten. Die Nadeltechnik kann Dir helfen Blockaden zu lösen. Schmerzen im Rücken, der Hüfte, der Beine können gut behandelt werden.

Übrigens, nicht nur Hebammen können Akupunktieren, auch Heilpraktiker steht die Behandlung zu. Manche Gynäkologen bieten ebenfalls die Zusatzleistung an. Nicht jede Hebamme, oder jeder Gynäkologe darf akupunktieren. Die TCM oder das Akupunktieren ist eine langjährige Zusatzausbildung mit unterschiedlichen Modulen. Das gilt für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alleine die Grundausbildung der Akupunktur dauert 3 Jahre und kostete ca. 3000 EUR bis 5000 EUR. In Österreich dauert sie übrigens etwas länger und hat mehr Module als in Deutschland. Zusätzlich, muss der Therapeut regelmäßig Fortbildung in Akupunktur oder TCM besuchen, sonst verfällt seine Lizenz.

Bevor Du Dich also von XY akupunktieren lässt, überprüfe unbedingt die Berechtigung. Akupunktur lernt man nicht in einem Wochenendseminar. Und – Du musst in der Regel die Akupunktur selbst bezahlen, diese kostet je nach Sitzung ca. 12 EUR bis 20 EUR

Kurzes Fazit zur geburtsvorbereitenden Akupunktur. Start ist die 36+0 SSW mit den gynäkologischen Meisterpunkten sowie SSW 38+0 mit der geburtseinleitenden Akupunktur und dem Akupunkturpunkt BL 67 (Blase 67 – der auch bei Beckenendlage stimuliert wird, dazu ein gesonderter Blog Beitrag). Was passiert im Körper?

  • Angst vor der Geburt wird gelindert
  • Wehen werden ausgelöst
  • Wehenschmerz wird verringert
  • Der Geburtsverlauf bei Erstgebärenden wird um ca. 2 Stunden verkürzt
  • Die Muskeln übersäuern nicht, die Frau ist leistungsfähiger
  • Geburtsverletzungen werden minimiert oder bleiben aus

Ist es also sinnvoll?

Wie sind Deine Erfahrungen mit Akupunktur? Wie hilfreich war dieser Artikel für Dich? Ich freue mich, wenn Du das untere Formular für ein Feedback nutzt. Wir alle können von den Erfahrungen der anderen nutzen. Vor allem, wenn es nicht um alltägliches geht.

Übrigens, Du kannst Dich auch bei mir zur Akupunktur anmelden, selbst wenn Du nicht von mir in der Schwangerschaft oder dem Wochenbett betreut wirst.

Ich wünsche Dir einen wundervollen Tag und bedanke mich für Deine Zeit, von ganzem Herzen alles Liebe, Deine Hebamme in den Bergen, Julia

 

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